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Videobeitrag: Dr. Nicolas Nowack über das
Zentrum für Soziale Psychiatrie Salzwedel

Zentrum für Soziale Psychiatrie

Memory-Treff PLUS 

Ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms

 

Auftaktveranstaltung am 24. September 2015

 

Am 24. September fand im Zentrum für Soziale Psychiatrie Salzwedel die Auftaktveranstaltung zum zweijährigen Projekt Memory-Treff PLUS statt.

Demenzerkrankte zu versorgen stellt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eine immer größere Herausforderung für unser Gesundheits- und Sozialwesen dar. Die Unterstützung der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen gehört daher zukünftig zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft.

Das Bundesprogramm „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ soll im direkten Lebensumfeld der Betroffenen nachhaltig darauf Einfluss nehmen, dass Demenzerkrankte und ihre Angehörigen einfühlsam und verständnisvoll ihren Bedürfnissen entsprechend individuelle Hilfe und Unterstützung erfahren. Ziel der Lokalen Allianzen ist es, unter anderem durch Netzwerkbildung Hilfe- und Unterstützung in Anlaufstellen vor Ort anzubieten oder zu vermitteln. Bis Ende 2016 sollen flächendeckend in ganz Deutschland 500 Lokale Allianzen als dauerhafte Hilfenetzwerke entstehen. Hierfür engagiert sich das ZSP Salzwedel als bislang einziger Träger der Region Altmark-Wendland im Rahmen dieses vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Bundesprogramms.

Nachdem Dr. Nicolas Nowack den rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in seiner Begrüßung die Bedeutung und den Handlungsbedarf aus ärztlicher Sicht kurz schilderte, ging Eckhard Gnodtke, stellvertretender Landrat in seinem Grußwort auf die im Altmarkkreis bereits gut ausgebauten stationären Versorgungsangebote für Menschen mit Demenz ein.

Anschließend stellte Herr Thomas, Einrichtungsleiter des ZSP Salzwedel die Gründe für die Beteiligung an dem Bundesprogramm und die Projektidee dar. Dabei wurde auch deutlich, dass sich zwar viele Heime auf die Betreuung von demenziell erkrankten Menschen eingestellt haben, ambulante Angebote für die demenzerkrankten Menschen und vor allem auch zur Entlastung der pflegenden Angehörigen sowohl in der Altmark, als auch im Wendland jedoch kaum vorhanden sind. In diesen beiden Landkreisen existiert jeweils nur ein anerkannter Anbieter für Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote.

Das geplante Betreuungs- und Entlastungsangebot ist auf maximal sechs Teilnehmer ausgelegt, um die sich zwei Betreuungskräfte auf ehrenamtlicher Basis kümmern werden. Es wird voraussichtlich Anfang kommenden Jahres starten und soll immer mittwochs von 09:00 bis 17:00 Uhr zur Verfügung stehen. Eine examinierte Altenpflegerin unterstützt und begleitet die ehrenamtlichen Kräfte, welche zuvor umfassend geschult und auf die Aufgaben vorbereitet werden. Es werden noch Betreuungskräfte gesucht, die sich gegen eine Ehrenamtspauschale in dem Projekt engagieren wollen. Interessierte können sich an das ZSP Salzwedel wenden.

Einen Tag zuvor ging die Nachricht ein, dass das Angebot vom Land Sachsen-Anhalt und den Pflegekassen offiziell anerkannt ist, wodurch die Betreuungskosten von den Pflegekassen ganz oder zumindest teilweise erstattet werden.

Inge Schnöckel, die Leiterin des Familienhofes Salzwedel, stellte als Projektpartner des Angehörigen-Stammtisches kurz die Arbeit des Familienhofes dar und lud zum ersten Treffen ein.

Das Projekt umfasst außerdem den Aufbau eines selbsttragenden Netzwerkes und die wissenschaftliche Begleitung. Es wird vom Bundesministerium mit 10.000 Euro gefördert und läuft bis zum 31. August 2017.

Wer Interesse hat sich hier gegen eine Ehrenamtspauschale zu engagieren, darf sich gerne an mich oder Frau Müller, Pflegedienstleiterin, wenden. Damit verbunden ist eine kostenlose und umfassende und -mein heutiges Lieblingswort: praxisnahe - Schulung und Fortbildung.

Nachdem mit Ute Weichsler, Fachkraft für Demenzbetreuung aus Klötze (sie wird den Angehörigen-Stammtisch „Atempause“ im Familienhof moderieren und praktische Hilfestellungen geben) und Hans-Gregor Jannes, Geschäftsführer der Alzheimergesellschaft Lüchow-Dannenberg zwei wirkliche Praxisexperten sehr eindrucksvoll die Betreuungsherausforderungen und die Belastungen für die Familie und das soziale Umfeld geschildert und hierzu unterschiedliche Schicksale beschrieben haben, fand noch ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern an der Veranstaltung statt.